Unruhen in Malawi: Zehn Tote

Bei Auseinandersetzungen zwischen regierungsfeindlichen Demonstranten und der Polizei sind im südafrikanischen Malawi mindestens zehn Menschen getötet worden.

Wie das Gesundheitsministerium heute mitteilte, kamen am Vortag allein in der nördlich gelegenen Stadt Mzuzu neun Menschen ums Leben. Demonstranten verwüsteten dort Büros der Partei von Präsident Bingu wa Mutharika.

Im Finanzzentrum des 13 Millionen Einwohner zählenden Landes, Blantyre, gingen Polizisten Einwohnern zufolge mit Tränengas gegen Demonstranten vor. Dabei sei ein Mensch getötet worden. Die Demonstranten fordern angesichts zunehmender wirtschaftlicher Probleme den Rücktritt des Präsidenten, der das Land seit 2004 regiert.

Die bisherige Amtszeit Mutharikas war gekennzeichnet durch ein rasches, überwiegend durch internationale Hilfen gestütztes Wirtschaftswachstum. Nach einem diplomatischen Streit legte die frühere Kolonialmacht Großbritannien als größtes Geberland seine Hilfen in Höhe von 550 Millionen Dollar (387 Mio. Euro) auf Eis. Das verstärkte die Devisenknappheit im Land. Verschärft wurden die Probleme zudem durch stark gestiegene Preise für Treibstoff.