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Gesamtes Viertel abgesperrt

Bei einer schweren Explosion im Regierungsviertel von Oslo sind laut einem Rundfunkbericht mehrere Menschen verletzt worden. Die Polizei in Oslo bestätigte mittlerweile, dass die Explosion durch eine Bombe verursacht wurde und dass dabei mehrere Menschen getötet und „viele“ verletzt worden seien.

Am frühen Abend bestätigte die Polizei mindestens sieben Tote und zwei Schwerverletzte. Laut Polizei könnte das Ölministerium Ziel des Anschlags gewesen sein. Sie habe Menschen gesehen, die „im Blut auf der Straße“ lägen, sagte Ingunn Andersen, Journalistin des öffentlich-rechtlichen Radiosenders NRK, am Freitag am Ort der Explosion.

Durch die Wucht der Detonation seien Fenster des Verlagsgebäudes der größten norwegischen Boulevardzeitung „VG“ sowie des nahe gelegenen Regierungssitzes zerstört worden. Überall lägen Glasscherben. „Das ist das totale Chaos“, sagte die Journalistin.

Soldaten verarzten Verletzte

APA/Scanpix Norway

Militärpolizisten kümmern sich um einen Verletzten.

Weitere Bomben im Zentrum?

Medienberichten zufolge sollen sich im Detonationsgebiet im Osloer Regierungsviertel noch mehrere nicht explodierte Bomben - die Rede war von mindestens zwei Stück - befinden. Die Polizei sperrte das ganze Viertel ab - und rief alle Bewohner dazu auf, das Stadtzentrum zu verlassen. Militärstreitkräfte trafen ein und sicherten das betroffene Gebiet ab. Das norwegische Parlament wurde unterdessen evakuiert, berichteten norwegische Onlinemedien. Demnach sollen die Politiker in einem Bombenschutzraum in Sicherheit gebracht werden. Auch der Hauptbahnhof wurde evakuiert und gesperrt.

Noch Menschen in den Gebäuden gefangen

Der Staatssekretär Kristian Amundsen sagte gegenüber der britischen BBC, dass „sich noch Menschen in den Gebäuden befinden“, wollte aber keine Details nennen. Amundsen betonte, das sei die schwierigste Situation, die sein Land jemals erlebt habe.

Laut NRK ereignete sich die Explosion offenbar in der Nähe des Finanzministeriums und in unmittelbarer Nähe des Regierungssitzes. Der norwegische Ministerpräsident Jens Stoltenberg hielt sich zum Zeitpunkt der Explosion nach Angaben seines Büros seinem Terminkalender zufolge nicht im Regierungssitz auf. Die Nachrichtenagentur NTB berichtete, Stoltenberg sei in Sicherheit.

Trümmer liegen auf der Straße vor einem zerstörten Gebäude

EBU

Oslos Regierungsviertel bietet ein Bild der Zerstörung.

Am frühen Abend telefonierte Stoltenberg mit dem Fernsehsender TV2 und betonte, die Lage sei „sehr ernst“. Zugleich sagte er, es sei zu früh, um zu sagen, ob es sich um einen Terroranschlag gehandelt habe. Auf Anraten der Polizei wollte der Regierungschef nicht mitteilen, wo er sich aufhält. Er versicherte, alle Minister seines Kabinetts seien nach dem Anschlag auf einen Gebäudekomplex mit Regierungsbüros unversehrt.

„Erster Stock weggeblasen“

Ein Augenzeuge sagte gegenüber der Agentur, alle Fenster in dem Häuserblock seien zu Bruch gegangen. Fast der gesamte erste Stock sei „weggeblasen“. Andere Augenzeugen wollen beobachtet haben, dass die Explosion „von einem vor dem Gebäude abgestellten Auto ausgegangen“ sei. Ein anderer Augenzeuge, der sich zum Zeitpunkt der Explosion an einer Autobushaltestelle rund 100 Meter von der 17-stöckigen Regierungszentrale entfernt befand, sagte, beinahe alle Fenster des Gebäudes seien durch die Wucht der Detonation geborsten. Ein Rauchwolke sei von den unteren Stockwerken aufgestiegen.

Rauch über dem Stadtzentrum

EBU

Nach der Detonation erhebt sich eine Staubwolke über dem Stadtzentrum.

„Wenige Minuten später habe ich gesehen, wie drei oder vier Verletzte aus dem Gebäude getragen wurden“, so der Augenzeuge gegenüber der Nachrichtenagentur AP. Benachbarte Bürogebäude wurden evakuiert. „Es gab eine Explosion - es muss eine Bombe gewesen sein. Die Leute rannten in Panik davon. Ich habe mindestens zehn Verletzte gezählt“, so eine weitere Augenzeugin.

Schüsse von Mann in Polizeiuniform

Mehrere Stunden nach der verheerenden Explosion im Stadtzentrum wurden bei einem sozialdemokratischen Jugendtreffen nahe Oslo mehrere Schüsse von einem als Polizist verkleideten Mann abgefeuert. An dem Treffen hätte auch Regierungschef Stoltenberg teilnehmen sollen. Mittlerweile geht die die Polizei eigenen Angaben zufolge davon aus, dass ein Zusammenhang mit dem Bombenanschlag besteht. Mehrere Medien berichten mittlerweile, es habe mehrere Tote gegeben. Die Polizei warnt, es sei zu befürchten, dass im Ferienlager mehrere Bomben deponiert wurden.

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