Trichet warnt vor Spekulation auf Pleite Griechenlands

EZB-Präsident Jean-Claude Trichet hat vor neuerlichen Spekulationen auf eine Staatspleite Griechenlands gewarnt. „So eine Spekulation wäre ein todsicherer Weg, Geld zu verlieren angesichts der Entscheidungen vom vergangenen Donnerstag“, sagte Trichet dem französischen Magazin „Le Point“. Der Euro sei eine stabile und glaubwürdige Währung, die nicht vom Druck des Kapitalmarkts auf einige überschuldete Staaten in Mitleidenschaft gezogen werde.

Die 17 Euro-Länder hatten in der vergangenen Woche auf einem Krisengipfel in Brüssel ein neues Hilfspaket für Griechenland geschnürt, das neben einer Umschuldung des hoch verschuldeten Mittelmeer-Landes auch eine freiwillige Beteiligung der privaten Gläubiger vorsieht. Durch niedrigere Zinsen und deutlich längere Kreditlaufzeiten soll es Griechenland zudem einfach gemacht werden, seine Schulden zurückzuzahlen und seinen Haushalt zu sanieren.

Griechenland müsse diese Chance nun auch ergreifen, sagte Trichet. „Es ist wichtiger als alles andere, dass Griechenland wieder die Kontrolle über seine Finanzen bekommt und dass Griechenland Maßnahmen ergreift, um den Staatshaushalt, die Regierungsausgaben und seine Wettbewerbsfähigkeit so schnell wie möglich und so rigoros wie möglich wieder in den Griff zu bekommen.“