Thailands Kronprinz will Boeing in München auslösen

Thailands Kronprinz will seine in München beschlagnahmte Boeing 737 selbst auslösen. Das kündigte sein Büro nach einem Bericht auf der Website der „Bangkok Post“ heute an. Maha Vajiralongkorn werde sein eigenes Geld einsetzen, um die von einem Gericht verlangte Sicherheitsleistung in Höhe von 20 Millionen Euro zu hinterlegen.

Von Baufirma beschlagnahmt

Der Insolvenzverwalter der Walter-Bau AG, der eine ausstehende Forderung gegen den thailändischen Staat verfolgt, hatte die Maschine beschlagnahmen lassen. Der Baufirma waren von einem Schweizer Schiedsgericht wegen eines mehr als 20 Jahre zurückreichenden Rechtsstreits mit Thailand rund 30 Millionen Euro Entschädigung zugesprochen worden. Thailand zahlte aber nicht und behauptet, das Flugzeug sei Privatbesitz des Prinzen.

Ein Gericht in Landshut befand in einer Eilentscheidung am 20. Juli, das Flugzeug könne nach einer Sicherheitsleistung von 20 Millionen Euro freigegeben werden. Eine gerichtliche Entscheidung ist nicht vor Mitte September zu erwarten.

Bilaterale Spannungen

Die Affäre führt zu Spannungen im traditionell guten Verhältnis zwischen Berlin und Bangkok, vor allem aufgrund der speziellen Rolle, welche die Königsfamilie in Thailand genießt. Die thailändische Regierung sei „enttäuscht“ über die deutsche Position, hieß es in Bangkok.