Kosovo akzeptiert Grenzvereinbarung nicht

Die Regierung des Kosovo will die Vereinbarung zwischen Serbien und der internationalen Kosovo-Schutztruppe KFOR über eine Beendigung des Konflikts um Grenzübergänge im Nordkosovo nicht akzeptieren.

Wie die Regierung in Pristina gestern Abend mitteilte, sei das Übereinkommen „inakzeptabel“ und werde nicht implementiert. Die Vereinbarung berücksichtige nicht das „oberste Ziel“ der Regierung in Pristina, die Grenzübergänge Jarinje und Brnjak ihren eigenen Polizisten und Zollbeamten zu unterstellen.

KFOR-Soldaten sollen vorerst kontrollieren

Zuvor hatten sich die Belgrader Regierung und der KFOR-Kommandant Erhard Bühler über eine vorläufige Lösung des Grenzstreits verständigt. Demnach soll die KFOR bis Mitte September die Kontrolle über die beiden umstrittenen Grenzübergänge im Nordkosovo übernehmen. Außerdem sollten die von Kosovo-Serben errichteten Straßenblockaden weggeräumt werden.

Pristina will Importverbot aus Serbien

Der Norden des Kosovo wird seit rund zehn Tagen von einem Grenzstreit erschüttert. Er wurde durch die Entscheidung der kosovarischen Behörden ausgelöst, am 26. Juli Sonderpolizisten an die beiden Grenzübergänge zu verlegen. Damit sollte das von der Regierung beschlossene Importverbot aus Serbien durchgesetzt werden.

Bisher wurden die Grenzübergänge von ethnischen Serben in Zusammenarbeit mit der EU-Mission im Kosovo kontrolliert. Einheimische Serben griffen die kosovarischen Polizisten jedoch an, ein Beamter starb durch Schüsse. Die Lage beruhigte sich erst durch das Eingreifen der KFOR-Truppen.