Kroatien: 13 Festnahmen wegen Ustascha-Symbolen

Im kroatischen Ort Cavoglave sind gestern 13 Anzeigen wegen Tragens von Ustascha-Symbolen erstattet worden. Ein Fernsehteam des Staatssenders HTV wurde attackiert. In dem 200-Seelen-Ort bei Knin wurde am Staatsfeiertag, dem „Tag der Dankbarkeit“, der, wie es Medien nannten, „Höhepunkt der Feierlichkeiten“ begangen.

Auch ein Gottesdienst wurde zelebriert. Mehr als 80.000 Menschen besuchten ein Konzert des umstrittenen Sängers Marko „Thompson“ Perkovic. Er selbst sieht sein Wirken nicht im Zusammenhang mit dem berüchtigten Ustascha-Regime (1941-45) des faschistischen Marionettenstaates im Zweiten Weltkrieg.

Einige Politiker mischten sich unters Volk, etwa der Zagreber Bürgermeister Milan Bandic. Cavoglave, wie das Event im Geburtsort von „Thompson“ genannt wird, genießt auch kirchliche Unterstützung. Ante Ivas, der Bischof von Sibenik, sagte laut „Vecernji list“: „Das ist göttlich. Wir sagen, wo es fröhlich ist und schön, ist es göttlich.“

Gegenveranstaltung zu offiziellen Feiern

„Cavoglave“ gilt als Gegenveranstaltung zu den offiziellen Feierlichkeiten in Knin, an denen die Staats- und Regierungsspitze teilnahm, und stellt in den Augen von manchen Veteranen Staatsverrat dar. Dass die Politik angesichts der bevorstehenden Wahl im Dezember das rechte Spektrum nicht außer Acht lässt, bewies Ministerpräsidentin Jadranka Kosor in ihrer Rede am Staatsfeiertag in Knin.

Sie richtete ihren Gruß an die in Den Haag inhaftierten und in erster Instanz wegen Kriegsverbrechen verurteilten Generäle Ante Gotovina und Mladen Markac.