Erneut Kämpfe in Mogadischu: SOS-Kinderdorf geräumt

Elf Tage nach dem Abzug der Al-Schabab-Miliz aus Mogadischu sind heute die Kämpfe zwischen Regierungstruppen und islamistischen Freischärlern in der somalischen Hauptstadt Mogadischu wieder aufgeflammt. Unter anderem mussten das SOS-Kinderdorf und die SOS-Klinik in der Region geräumt werden. Das teilte die Hilfsorganisation heute mit.

„Uns flogen buchstäblich die Granaten um die Ohren, einige schlugen im Kinderdorf ein“, sagte Ahmed Ibrahim, Leiter der SOS-Kinderdörfer Somalia. Die Kinder und Mitarbeiter der SOS-Einrichtungen hätten unverletzt in eine sicherere Gegend außerhalb von Mogadischu gebracht werden können.

„Situation außer Kontrolle“

Nur in der Klinik seien ein paar Mitarbeiter zurückgeblieben, die sich um Schwerstkranken kümmern, die man nicht habe verlegen können, hieß es. Die Klinik sei intakt geblieben. Im Kinderdorf wurden Dächer und das Bürogebäude beschädigt. „Eigentlich werden wir normalerweise nicht beschossen, da wir unparteiisch sind. Aber jetzt ist die Situation außer Kontrolle“, sagte Ibrahim.

Die Regierungstruppen rückten immer stärker vor, stießen dabei aber auf erbitterte Gegenwehr von Widerstandsnestern, die die Rebellen bei ihrem Rückzug Anfang des Monats zurückgelassen hatten. Derzeit gingen die gegnerischen Parteien mit schweren Waffen wie Granaten und Flugabwehrgeschützen aufeinander los.

Video dazu in iptv.ORF.at