Migranten sollen schneller Jobs bekommen

Sozialminister Rudolf Hundstorfer (SPÖ) und das Arbeitsmarktservice (AMS) wollen Zuwanderern durch eine gezieltere Betreuung rascher als bisher zu einem Arbeitsplatz verhelfen. Derzeit ist die Arbeitslosenrate bei Menschen mit Migrationshintergrund mit knapp zwölf Prozent doppelt so hoch wie sonst.

Zuwanderer stellen ein Drittel aller beim AMS als jobsuchend Vorgemerkten, obwohl sie nur 16 Prozent der Beschäftigten ausmachen. Eine eigene „Task-Force“ brauche man nicht, so Hundstorfer heute in einem Pressegespräch in Richtung von Integrationsstaatssekretär Sebastian Kurz (ÖVP), der das am Wochenende verlangt hatte.

Die bereits geplanten Schritte und die bestehenden finanziellen Mittel würden ausreichen, so Hundstorfer. Kurz erklärte wiederum in einer Reaktion, Namen und Bezeichnungen seien unerheblich. Wichtig sei, dass in der Sache etwas weitergehe.

„Österreich war, ist, bleibt Einwanderungsland“

„Österreich war und ist und bleibt ein Einwandererland“, steht für Hundstorfer fest. Diese Zuwanderer würden nachweislich nicht die Arbeitslosigkeit erhöhen, denn sie würden Jobs ausüben, die vielfach von Österreichern nicht angenommen werden.

Österreich habe die niedrigste Arbeitslosenrate in der EU. Migranten seien nicht nur doppelt so stark von Arbeitslosigkeit betroffen, sondern sie würden sogar dreimal so oft unterqualifiziert beschäftigt wie Inländer. Die Verweildauer in Arbeitslosigkeit habe 2010 zudem bei Migranten im Schnitt 87 Tage betragen, bei Österreichern 94 Tage.

Haupthindernis für Zuwanderer auf dem Arbeitsmarkt ist laut AMS-Vorstand die manchmal geringe Qualifikation - die oft aber auch nur eine scheinbare ist, da im Ausland erworbene Qualifikationen nur selten in vollem Umfang berücksichtigt werden. Als zweites großes Problem sieht das AMS sprachliche Barrieren. Ansetzen wollen Ministerium und AMS vor allem bei der Unterstützung von jugendlichen Jobsuchenden.

Kaum attraktive Jobs für Migranten

Laut Statistik-Austria-Erhebung im Vorjahr haben von den 8,3 Millionen in Österreich wohnenden Personen 18,6 Prozent einen Migrationshintergrund. Von diesen 1,5 Mio. Menschen sind 1,1 Mio. Zuwanderer der 1. und 405.000 Zuwanderer der 2. Generation. Die höchsten Migrantenanteile an den unselbstständig Beschäftigten gibt es laut AMS in der Gebäudebetreuung (59,0 Prozent), gefolgt von Landwirtschaft (44,6 Prozent), dem Tourismus (42,6 Prozent), der Arbeitskräfteüberlassung (32,0 Prozent), am Bau (24,3 Prozent) und im Handel 15,9 Prozent.