Themenüberblick

UNO will humanitäre Hilfe bieten

Der Nationale Übergangsrat der libyschen Rebellen lehnt nach Angaben der Vereinten Nationen die Entsendung militärischer Beobachter oder ausländischer Truppen nach Libyen ab. Der UNO-Sonderberater Ian Martin sagte am Dienstag nach einer Sitzung des UNO-Sicherheitsrats zu Libyen, es sei „sehr klar“, dass die libyschen Aufständischen keine Stationierung von UNO- oder anderen Soldaten wollten.

Die UNO prüfe nun, ob der Übergangsrat Polizeihilfe wünsche. Die UNO-Mission für Libyen, welcher der Sicherheitsrat innerhalb von Wochen zustimmen dürfte, wird sich laut Martin auf politische Aufgaben konzentrieren. Dabei würden die Organisation von Wahlen, die Ausarbeitung einer neuen Verfassung und die Reform des Justizsystems im Vordergrund stehen.

Ban will rasche Hilfe

Frankreichs Außenminister Alain Juppe hatte in der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ (Mittwoch-Ausgabe) die Entsendung einer Beobachtermission nach Libyen gefordert. Nötig sei eine „Wiederaufbautruppe, aber keine Interventionstruppe“, sagte der Minister. Der Nationale Übergangsrat der Rebellen müsse unterstützt werden, da er noch jung sei und es „interne Spannungen“ gebe.

UNO-Generalsekretär Ban Ki Moon sagte vor dem Sicherheitsrat, angesichts der humanitären Lage in Libyen müsse „dringend“ auf die Anfrage des Übergangsrats nach finanzieller Hilfe reagiert werden. Ban forderte ein „schnelles und entschiedenes Handeln“. „Das Leiden der Bevölkerung muss ein Ende haben“, sagte der UNO-Chef. In Tripolis seien etwa 60 Prozent der Bevölkerung ohne Wasser. Ban will am Donnerstag an der internationalen Libyen-Konferenz in Paris teilnehmen.

Konflikt forderte 50.000 Tote

Laut Rebellenangaben kamen seit Beginn des Aufstandes gegen das Gaddafi-Regime vor sechs Monaten mindestens 50.000 Menschen ums Leben. Die Aufständischen stellten den verbliebenen Anhängern des untergetauchten Diktators ein Ultimatum, sich bis Samstag zu ergeben. Ansonsten droht eine blutige Entscheidungsschlacht.

Bei den von den Rebellen genannten 50.000 Todesopfern seit Beginn des Aufstandes gegen das Regime von Muammar al-Gaddafi handle es sich sowohl um getötete Kämpfer als auch um Zivilisten. Die Zahl setze sich aus eigenen Zählungen in den Kampfgebieten sowie Angaben von Organisationen wie dem Roten Kreuz zusammen, sagte Rebellenkommandant Hischam Abu Hadscher dem US-Sender CNN.

Ultimatum an Gaddafi-Getreue

Der Übergangsrat gibt den Truppen von Ex-Machthaber Gaddafi bis Samstag Zeit, die Waffen niederzulegen. „Länger können wir nicht warten“, sagte der Chef des Rates, Mustafa Abdel Daschalil, am Dienstag in Bengasi. Um ein Blutvergießen zu vermeiden, sollten sie Gaddafis Heimatstadt Sirte friedlich übergeben. „Wir können die Situation militärisch lösen, aber das wollen wir nicht“, sagte er. Auch in den wenigen anderen verbliebenen Hochburgen sollten sich die letzten Gaddafi-Getreuen ergeben.

Libysche Rebellen vor einer Kreuzung 138 km vor Sirte

AP/Gaia Anderson

Rebellen auf dem Weg nach Sirte

Am Dienstag hielten Kämpfer der ehemaligen Regierungstruppen noch Sirte sowie die Wüstenstadt Sebha im Zentrum des Landes. NATO-Kampfflugzeuge nahmen die letzten Gaddafi-Hochburgen erneut unter Beschuss. Zahlreiche Militäreinrichtungen in Sirte und in Bani Walid seien Ziele von Angriffen gewesen, teilte die NATO mit.

Links: