Reuters: Gaddafis Außenminister verhaftet

Der Außenminister des gestürzten libyschen Machthabers Muammar al-Gaddafi, Abdelati al-Obeidi, ist auf seiner Farm in Dschansur, einem Vorort der libyschen Hauptstadt Tripolis, festgenommen worden. Das berichtete ein Korrespondent der Nachrichtenagentur Reuters gestern Abend.

Truppen des Nationalen Übergangsrates riefen demnach „Allahu Akbar“ (Gott ist der Größte), als sie Obeidi, der traditionelle libysche Kleidung trug, abführten. Außerdem sei ein enger Vertrauter des gestürzten Machthabers, Abdallah al-Hijazi, in Tripolis festgenommen, hieß es.

Saif a-Islam ruft zum Widerstand auf

Mit Durchhalteparolen rief der Gaddafi-Sohn Saif al-Islam unterdessen die Anhänger seines Vaters laut einem Bericht des US-Nachrichtensenders CNN zum Widerstand auf.

„Greift die Feinde an, wo immer sie sind“, sagte der zweitälteste Sohn Gaddafis in einer Fernsehbotschaft, wie CNN berichtete. „Wir sind immer noch da, und wir kämpfen. Der Sieg ist nah.“ Die Gegner des Regimes bezeichnete der Gaddafi-Sohn als „Verräter und Ratten“.

Ein weiterer Sohn Gaddafis, Saadi, sagte dagegen, er habe Kontakt mit dem Militärchef der Rebellen in Tripolis, Abdel Hakim Belhadj, aufgenommen, um weiteres Blutvergießen zu verhindern, berichtete der Sender al-Arabija. Er sei offiziell zu Verhandlungen mit dem Nationalen Übergangsrat ermächtigt. Sowohl der Übergangsrat als auch die Gaddafi-Regierung seien „legale Verhandlungsparteien“.

Rebellen machen Druck

Die libyschen Rebellen machen unterdessen Druck: Bis Samstag sollen sich die Anhänger Gaddafis ergeben, sonst ist ein weiteres Blutvergießen unvermeidlich. Angesichts der humanitären Lage fordert die UNO ein rasches Handeln. Doch die Entsendung von UNO-Soldaten lehnen die Rebellen ab.

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London gab libysches Geld frei

Großbritannien gab unterdessen libysche Banknoten im Wert von 1,1 Milliarden Euro an die Übergangsregierung frei. Die Banknoten in libyschen Dinars wurden in einer britischen Druckerei gedruckt. Aufgrund der UNO-Sanktionen waren sie eingefroren worden. Die Vereinten Nationen (UNO) hätten sie nun wieder freigegeben, sagte Großbritanniens Außenminister William Hague.