Norwegen: Konservative legen bei Kommunalwahlen zu

Norwegens Konservative haben bei den Kommunalwahlen anderthalb Monate nach dem Massenmord auf der Insel Utöya und dem Bombenanschlag in Oslo die höchsten Stimmenzuwächse eingefahren.

Nach einer Hochrechnung des TV-Senders NRK gestern Abend legte die auf Landesebene oppositionelle Partei um 6,5 Prozentpunkte auf 25,3 Prozent zu. Klarer Verlierer wurde die rechtspopulistische Fortschrittspartei, die um 5,5 Prozentpunkte auf 13 Prozent zurückging.

Als Hintergrund galt die zeitweilige Mitgliedschaft des Attentäters Anders Behring Breivik in dieser Partei. Breivik hatte am 22. Juli erst acht Menschen in Oslo mit einer Bombe vor dem Regierungshochhaus getötet. Danach ermordete er bis zu seiner Festnahme 69 Teilnehmer eines sozialdemokratischen Jugendsommerlagers auf der kleinen Insel Utöya.

Sozialdemokraten bleiben knapp vorne

Die sozialdemokratische Arbeiterpartei von Ministerpräsident Jens Stoltenberg wurde mit 33,2 Prozent und einem Plus von 2,3 Prozent erneut stärkste Partei. Sie blieb damit unter den Umfragen vor den Wahlen, bei denen sie zeitweise bei 40 Prozent gelegen hatte. Die Hochrechnung nach Auszählung der Briefstimmen galt als noch nicht völlig sicher.