OECD: Österreich räumt Bildung keine Priorität ein

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Österreich räumt dem Thema Bildung keine Priorität ein. Das zeigt die heute präsentierte OECD-Studie „Bildung auf einen Blick“.

Die Ausgaben für Bildungseinrichtungen im Verhältnis zum Bruttoinlandsprodukt (BIP) liegen mit 5,4 Prozent unter dem OECD-Schnitt von 5,9 Prozent. Darüber hinaus gehört Österreich zu jenen Ländern, in denen zwischen 1995 und 2008 der Anstieg der Bildungsausgaben klar hinter dem Anstieg des BIP zurückgeblieben ist.

Besonders bedenklich: Seit 1995 sanken die Bildungsausgaben im Verhältnis zum BIP in Österreich verhältnismäßig stark - von 6,2 Prozent auf zunächst 5,5 Prozent im Jahr 2000 und schließlich auf 5,4 Prozent im Jahr 2008. Verantwortlich dafür sind die Rückgänge der Ausgaben für den (vorwiegend öffentlich finanzierten) Schulbereich - von 4,3 Prozent (1995) auf 3,6 Prozent (2008) gemessen am BIP.

Praktisch stabil blieben dagegen die Ausgaben für den Hochschulsektor (von 1,2 Prozent des BIP im Jahr 1995 auf 1,3 Prozent im Jahr 2008).

Österreich wird weiter zurückfallen

Österreich wird trotz einer steigenden Zahl von Hochschulabschlüssen im internationalen Vergleich weiter zurückfallen, ist die OECD überzeugt. Während es generell in OECD-Staaten einen „dynamischeren Ausbau der höheren Bildung gegeben hat“, herrscht in Österreich im Bereich der Spitzenqualifikation „noch Nachholbedarf“. Derzeit liegt der Anteil der Hochschulabsolventen an der Bevölkerung im Alter von 25 bis 64 Jahren in Österreich bei nur 19 Prozent, im OECD-Schnitt aber bei 30 Prozent.

Es sei bei der Zahl der Hochschulabschlüsse „eine Kurve zu positiver Veränderung“ erkennbar, setzen sich die aktuellen Abschlussquoten der 25- bis 34-Jährigen jedoch in diesem Maße fort, werde Österreich „noch weiter hinter andere OECD-Länder zurückfallen“, so die OECD.