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Abschied fällt vielen schwer

Der Glühbirnenausstieg der EU erreichte vor Kurzem die dritte Stufe. Es gilt seither ein Herstellungs- und Vertriebsverbot für die althergebrachte 60-Watt-Glühlampe, wie seit einem Jahr schon für die 75-Watt-Glühlampe und zuvor für die Variante mit 100 Watt - sehr zum Leidwesen jener, die sich mit den energiesparenden Alternativen nicht anfreunden können.

Anfang 2007 sprachen sich Europas Staats- und Regierungschefs grundsätzlich für eine Abschaffung der stromfressenden Glühlampen aus. Zwei Jahre später gab das EU-Parlament grünes Licht. Verbraucher dürfen ihre vorhandenen Glühbirnen aber weiter benutzen, und Händler können ihre vorhandenen Lagerbestände abverkaufen.

Hamsterkäufe und volle Lager

Langsam aber sicher werden daher die 60-Watt-Birnen aus den Regalen verschwinden. Doch schon in den Jahren zuvor hatten sich die Händler noch reichlich eingedeckt - und viele Konsumenten, die Umfragen zufolge das Verbot mehrheitlich als nicht sinnvoll erachtet haben, reagierten mit Hamsterkäufen: So legte der Verkauf von Glühbirnen 2009 dreistellig zu.

Im nächsten Jahr müssen auch „die Schwächsten“ daran glauben: Ab September 2012 dürfen Standardglühlampen mit einer Leistung von mehr als zehn Watt nicht mehr ausgeliefert werden. Von 2016 an ist auch ein Großteil der Halogenlampen betroffen, die nicht so sparsam wie Leuchtstofflampen sind.

Großes Sparpotenzial

Herkömmliche Glühbirnen gelten als Stromfresser. Sie wandeln nur etwa fünf Prozent der aufgenommenen Energie in Licht um, der Rest wird als Wärme abgegeben. Energiesparlampen und Leuchtdioden wandeln etwa 25 Prozent der Energie in Licht um und haben damit eine viel größere Ausbeute als herkömmliche Glühbirnen. Das Einsparvolumen beim Strom wird auf rund drei Viertel geschätzt. Eine dreiköpfige Familie spart durch den Umstieg auf Energiesparlampen Schätzungen zufolge rund 150 Euro Stromkosten pro Jahr, ein Single 60 Euro.

Glühbirnenfans halten dem aber entgegen, dass die Alternativen in der Anschaffung teurer sind - besonders LEDs. Experten gehen allerdings davon aus, dass mit der technischen Weiterentwicklung und der steigenden Nachfrage auch die Preise sinken.

Die Nachteile der Energiesparlampen

Viele Energiesparlampen enthalten zudem geringe Mengen an Quecksilber und müssen als Sondermüll entsorgt werden. Zunehmend wird das giftige Schwermetall aber durch Amalgam ersetzt. Die Energiesparlampen sind im Gegensatz zu LED- und Halogenlampen meist nicht dimmbar. Und viele brauchen lange, um ihre maximale Helligkeit zu erreichen - manche mehr als zwei Minuten.

Als wichtigstes Argument wird aber immer wieder das Licht genannt, da Energiesparlampen eine andere Farbtemperatur als herkömmliche Glühbirnen haben: Viele Konsumenten empfinden das Licht der Glühbirnenalternativen immer noch als unangenehm. Es gibt auch Berichte, wonach die unterschiedlichen Farbtemperaturen Einfluss auf Psyche und Gesundheit der Menschen nehmen.

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