Türkei will „Achse der Demokratie“ mit Ägypten

Die Türkei will die Beziehungen zu Ägypten nach dem Sturz von Staatschef Hosni Mubarak ausbauen und eine „Achse der Demokratie“ in der Region bilden. „Das wird keine Achse gegen ein anderes Land, weder gegen Israel noch den Iran noch gegen ein anderes Land, sondern eine Achse der Demokratie, der wahren Demokratie“, sagte der türkische Außenminister Ahmet Davutoglu der „New York Times“ („NYT“, Sonntag-Ausgabe).

„Brauchen starke Wirtschaft“

Auch werde sich die wirtschaftliche Zusammenarbeit beider Länder vertiefen. Türkische Investitionen in Ägypten könnten binnen zwei Jahren von 1,5 Milliarden Dollar (knapp 1,1 Mrd. Euro) auf fünf Milliarden Dollar wachsen. „Für die Demokratie brauchen wir eine starke Wirtschaft“, sagte Davutoglu.

In der vergangenen Woche hatte Davutoglu gemeinsam mit dem türkischen Regierungschef Recep Tayyip Erdogan Ägypten, Tunesien und Libyen besucht. In den drei nordafrikanischen Staaten waren die langjährigen Machthaber nach Protesten und Aufständen aus ihren Ämtern gedrängt oder zur Flucht gezwungen worden. Laut der „NYT“ reisten in der Delegation auch 280 türkische Geschäftsleute mit. In Ägypten seien an einem Tag Verträge über eine Milliarde Dollar abgeschlossen worden, sagte Davutoglu der Zeitung.