Berlusconi im Korruptionsfall Mills vor Gericht

Italiens Premier Silvio Berlusconi hat heute entgegen den Erwartungen an einer gegen ihn laufenden Gerichtsverhandlung im Mills-Prozess teilgenommen. Berlusconi wird beschuldigt, dem britischen Anwalt David Mills im Jahr 1997 600.000 Dollar (heute 413.765 Euro) für Falschaussagen in Prozessen gegen sein Medienunternehmen Mediaset bezahlt zu haben.

Letzte Woche hatten Berlusconis Rechtsanwälte noch behauptet, dass der Premier nicht vor Gericht in Mailand erscheinen würde.

Neue peinliche Details veröffentlicht

„Mir geht es gut, aber Sie sehen schrecklich aus“, antwortete Berlusconi auf die Frage der Journalisten, wie es ihm gehe. Am Wochenende waren neue peinliche Details zum Skandal um Callgirls und zwielichtige Geschäftsleute bekanntgeworden, über die die Staatsanwaltschaft der Stadt Bari ermittelt.

Aus abgehörten Telefongesprächen geht hervor, dass Berlusconi unter anderem über seine Liebeskünste prahlte. Über 40 junge Frauen sind in die Affäre verwickelt. Die Telefonate wurden 2009 im Zuge von Ermittlungen zu einer Prostitutionsaffäre abgehört.

Weitere Verfahren im Laufen

Am 3. Oktober muss sich Berlusconi auch wegen Amtsmissbrauchs und Sex mit der minderjährigen Prostituierten „Ruby“ in einem Schnellverfahren verantworten. Dieses hatte im April begonnen. Gegen Berlusconi läuft zudem ein Gerichtsverfahren in einer Affäre um seinen Medienkonzern Mediaset, das am Montag kommender Woche fortgesetzt werden soll.