AnonAustria: Polizistenvereine dementieren Datenverlust

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Die Hackergruppe AnonAustria hat gestern nach eigenen Angaben 24.938 Datensätze mit Namen, Adressen und Geburtsdaten österreichischer Polizisten ins Netz gestellt. Darunter auch zahlreiche Daten bereits pensionierter Personen.

Eine Sprecherin des Innenministeriums bestätigte gegenüber ORF.at, dass es sich um Datensätze von Mitgliedern der Exekutive handle. Die Daten stammten nicht aus dem Innenministerium, sondern von einem „polizeinahen Verein“. Nähere Angaben könne man derzeit aufgrund der laufenden Ermittlungen nicht machen.

Dementi um Dementi

„Wir warens nicht“ erklärte Friedrich Herzog, Chef der Landesgruppe Oberösterreich des Vereins IPA (International Police Association) auf Anfrage von ORF.at. Dem Verein gehören etwa 70 Prozent der österreichischen Polizeibeamten an, darunter auch viele Pensionisten. Ein Datenbankvergleich habe ergeben, dass eine gewisse Anzahl von Personen definitiv nicht Mitglieder der IPA seien, so Herzog.

Auch Hermann Greylinger, Vorsitzender der Polizeigewerkschaft, dementierte: Es sei definitiv auszuschließen, dass die fraglichen Daten aus der Datenbank der Gewerkschaft Öffentlicher Dienst (GÖD) stammten. In ihr sind neben aktiven auch pensionierte Polizisten erfasst.

Auch der Polizeisportverband dementierte, gegenüber ORF.at. Man habe diese Datensätze schon deshalb nicht verlieren können, weil man sie nie gehabt habe. Der Verein führe kein zentrales Mitgliederverzeichnis für Österreich.

Protest gegen Vorratsdatenspeicherung

AnonAustria schreibt auf dem Twitter-Account der Gruppe, man sei nicht über einen „Hack“ an die Liste gekommen, die Daten seien der Gruppe vielmehr „zugespielt“ worden. Die Gruppe will mit der Aktion gegen die Vorratsdatenspeicherung (VDS) protestieren, die in Österreich mit April 2012 in Kraft treten soll.

Im Rahmen der VDS werden unter anderem sämtliche Telefon- und Internetverbindungsdaten für sechs Monate gespeichert und der Polizei zu Fahndungszwecken zur Verfügung gestellt.