Facebook verschärft Streit mit Wiener Studenten

Die Wiener Studentengruppe Europe-v-facebook.org, die Mark Zuckerbergs Soziales Netzwerk bei der irischen Datenschutzbehörde angezeigt hatte, hat heute mitgeteilt, dass Facebook die ausstehenden Anfragen nicht mehr beantworten wolle.

Facebook Ireland Ltd, die Europa-Tochter von Facebook, betrachte die angeforderten Daten über das Nutzerverhalten als Geschäftsgeheimnis und wolle sie nicht herausgeben. Die Daten seien „überproportional schwierig“ zu übermitteln und geistiges Eigentum des Unternehmens.

Gesichter als geistiges Eigentum

Unter ihren Daten, die die Studenten unter Berufung auf geltendes EU-Datenschutzrecht angefordert haben, befinden sich auch das Protokoll der gedrückten „Like“-Buttons sowie Informationen zur Anwendung der automatischen Gesichtserkennung von Facebook. „Unsere Gesichter sind jetzt also geistiges Eigentum von Facebook“, so Max Schrems, Sprecher der Initiative, gegenüber ORF.at. „Das ist absurd.“

Auch die Anfragen anderer User wolle Facebook nicht im Rahmen der gesetzlich vorgeschriebenen Frist von 40 Tagen beantworten, es könne dabei zu „erheblichen Verzögerungen“ kommen, zitiert Schrems ein Schreiben des Unternehmens. Offenbar seien viele User dem Vorbild der Wiener Initiative gefolgt und hätten ihre Daten bei dem Sozialen Netzwerk angefordert.

Schrems versucht nun, in Zusammenarbeit mit der irischen Datenschutzbehörde eine Lösung für das Problem der ausstehenden Daten zu erarbeiten. Er wirft Facebook vor, bestehendes Recht zu ignorieren, um der Initiative keine weiteren Beweise liefern zu müssen.