Bahrain: Harte Urteile für Oppositionelle

Ein Sondergericht im Golfstaat Bahrain hat einen schiitischen Teilnehmer der Oppositionsproteste im Frühjahr wegen Polizistenmordes zum Tode verurteilt. Ein Mitangeklagter habe lebenslange Haft erhalten, berichtete die amtliche Nachrichtenagentur BNA heute.

Die beiden Männer wurden der vorsätzlichen Tötung in „terroristischer Absicht“ und der „Zusammenrottung“ auf öffentlichen Plätzen für schuldig befunden, zitierte BAN den Generalstaatsanwalt der Armee, Jussef Flaifel. Sie hätten den Beamten mit einem Auto absichtlich überfahren. Der Vorfall ereignete sich in einem schiitischen Vorort der Hauptstadt Manama. Nach Behördenangaben wurden während der Proteste insgesamt vier Polizisten zumeist von Schiiten gezielt überfahren.

Strafe für Ärzte

Gegen eine Gruppe von insgesamt 20 Ärzten und Krankenhausmitarbeitern wurden zudem langjährige Haftstrafen verhängt, weil sie die Protestbewegung unterstützt hatten. 13 der Angeklagten müssen dem Bericht zufolge für jeweils 15 Jahre ins Gefängnis, zwei für zehn Jahre, fünf erhielten fünf Jahre Haft.

Ein Sondergericht hatte die Verurteilung von sieben schiitischen Oppositionsführern zu lebenslangen Haftstrafen bestätigt. Schiiten-Gruppen hatten während der Proteste im Februar und März die Abschaffung der Monarchie der sunnitischen Herrscherfamilie Al Chalifa und die Einrichtung einer Demokratie in Bahrain gefordert. Andere Oppositionsgruppen drangen lediglich auf Reformen.