Guttenberg: Neuer Job an US-Institut

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Der wegen eines Plagiatsskandals zurückgetretene deutsche Ex-Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg hat eine neue Aufgabe an einem der renommiertesten Politikinstitute in den USA gefunden. Das in Washington ansässige Center for Strategic and International Studies (CSIS) bestätigte gestern, dass Guttenberg der Denkfabrik als „Distinguished Statesman“ (herausragender Staatsmann) angehören werde.

Der Ex-Minister wird den Angaben zufolge an der Spitze eines neuen transatlantischen Dialogforums stehen, bei dem Meinungsführer und Politiker aus Europa und den USA über Wirtschafts- und Sicherheitsfragen diskutieren sollen. Ziel sei eine „gewagte, neue strategische Vision“, um die transatlantischen Beziehungen angesichts der Machtverschiebungen in der Welt zu stärken.

Das CSIS begründete seine Entscheidung mit Guttenbergs Leistungen bei der Reform der Bundeswehr und mit seinem langjährigen Einsatz für die transatlantischen Beziehungen. Der „Bild“-Zeitung zufolge ist Guttenberg nach dem ehemaligen israelischen Ministerpräsidenten Ehud Barak der zweite „Distinguished Statesman“, den das überparteiliche Institut beruft.

Entscheidung über Anklage im Herbst

Guttenberg war am 1. März wegen der Plagiatsaffäre um nicht gekennzeichnete Zitate in seiner Doktorarbeit von seinem Amt als Verteidigungsminister zurückgetreten. Im Sommer zog die Familie in die USA um. Wegen der Plagiatsaffäre laufen bei der Staatsanwaltschaft Hof Ermittlungen wegen des Verdachts auf Urheberrechtsverletzungen. Im Herbst soll eine Entscheidung fallen, ob Anklage gegen Guttenberg erhoben wird.