Israeli darf sich als „religionslos“ eintragen lassen

In einem historischen Sieg hat sich der israelische Schriftsteller Joram Kaniuk das Recht erkämpft, sich offiziell als „religionslos“ registrieren zu lassen. Laut einem Bericht der Zeitung „Haaretz“ hatte sich Kaniuk im Mai an die Justiz gewandt, nachdem das israelische Innenministerium sich geweigert hatte, die Angaben zu seiner Religion von „jüdisch“ in „ohne Religion“ zu ändern.

Nun gab ein Gericht in Tel Aviv dem Antrag Kaniuks statt und entschied, gemäß israelischem Recht könnten Staatsbürger sich offiziell als religionslos eintragen lassen. Gegenüber „Haaretz“ sprach der 81-jährige Schriftsteller von einer Entscheidung „von historischem Ausmaß“.

Identität selbst festlegen

Das Gericht habe den Israelis das Recht zuerkannt, „gemäß ihrem Gewissen zu leben“ und entschieden, dass „Menschenwürde und Freiheit bedeuten, dass eine Person ihre eigene Identität und Definition festlegen kann“, sagte Kaniuk. Er könne daher sehr wohl Jude von Nationalität und gleichzeitig religionslos sein.