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Grüne weisen auf Differenzen hin

Anlässlich des „Equal Pay Day“ haben die Grünen untersucht, in welchen Branchen es besonders großen Handlungsbedarf gebe. Laut Frauensprecherin Judith Schwentner gibt es keine einzige Branche ohne geschlechtsspezifische Einkommensunterschiede.

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Basis der Berechnungen ist die Lohnsteuerstatistik 2009 der Statistik Austria. Zu beachten ist, dass die Daten nicht teilzeitbereinigt sind. Demnach gibt es die größten Einkommensunterschiede in der Branche der freiberuflichen, wissenschaftlichen und technischen Dienstleistungen (also zum Beispiel Werbebranche und Steuerberater) mit einem Frauenanteil von 56,3 Prozent: Frauen verdienen dort um um 50,6 Prozent weniger als Männer. Der „Equal Pay Day“ wäre da bereits am 23. August zu „feiern“ gewesen, sagte Schwentner.

Geringste Unterschiede in der Gastronomie

Mit 48,3 Prozent ebenfalls sehr hoch ist die Einkommensdifferenz bei den sonstigen Dienstleistungen (Friseure, Kosmetiker etc.), der Frauenanteil beträgt hier 71,1 Prozent. Bei den Finanz- und Versicherungsdienstleistungen (Frauenanteil 52,2 Prozent) beträgt die Einkommensdifferenz den Grünen zufolge 46,6 Prozent.

Die geringsten Einkommensunterschiede gibt es mit einer Differenz von 21,8 Prozent in der Branche Beherbergung und Gastronomie mit einem Frauenanteil von 61,2 Prozent - hier wäre der „Feiertag“ am 5. November. Sonstige wirtschaftliche Dienstleistungen kommen auf eine Einkommensdifferenz von 26,2 Prozent (Frauenanteil 45,6 Prozent). In der Baubranche verdienen Frauen um 29 Prozent weniger als Männer - der Frauenanteil beträgt aber nur 12,6 Prozent.

Handlungsbedarf bei Kollektivverträgen

Nicht nur bei den Verhandlungen der Herbstlohnrunde für die Metallindustrie und Bergbau am Dienstag gebe es bezüglich der Einkommensunterschiede Handlungsbedarf, sondern insgesamt bei den Kollektivverträgen, findet Schwentner. Der von Frauenministerin Gabriele Heinisch-Hosek (SPÖ) präsentierte Gehaltsrechner reicht der grünen Abgeordneten nicht: Man dürfe nicht nur individuell ansetzen, sondern müsse die Sozialpartner in die Verantwortung nehmen.

Die Grünen fordern unter anderem, Kollektivverträge auf versteckte Diskriminierungspotenziale zu überprüfen, eine paritätische Zusammensetzung von KV-Verhandlungsteams sowie einen gesetzlichen Mindestlohn von 1.300 Euro.

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