Schattenfinanzindex: Österreich ist „Verdunklungsoase“

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Im veröffentlichten „Schattenfinanzindex“ (Financial Secrecy Index, FSI) der intransparentesten Finanzplätze der Welt des Netzwerks Steuergerechtigkeit (Tax Justice Network, TJN) belegt Österreich den 17. Platz.

Österreich wird in einer Aussendung der Organisation heute als „Verdunklungsoase“ bezeichnet. Das Bankgeheimnis und Österreichs Blockade des automatischen Informationsaustausches über Zinserträge in der EU führen zu der schlechten Platzierung.

Mitglied des TJN ist unter anderem die österreichische Sektion der globalisierungskritischen Nichtregierungsorganisation ATTAC. Neben dem Bankgeheimnis und der Blockade des automatischen Informationsaustausches über Zinserträge in der EU kritisiert TJN zum Teil schwache Offenlegungspflichten in Österreich.

Schweiz vor Cayman Islands und Luxemburg

Das Ranking listet 73 Länder und Gebiete nach dem Grad ihrer Intransparenz im Finanzsektor auf. Die Intransparenz wird anschließend mit dem Anteil der Länder auf dem Weltmarkt für grenzüberschreitende Finanzdienstleistungen gewichtet und so eine Gesamtwertung ermittelt.

Zu den wichtigsten Kennzeichen gehören dabei das Bankgeheimnis, Eigentümerstrukturen bei Trusts, Treuhandschaften und Stiftungen sowie Kooperation der Behörden. Auf Platz eins findet sich in der wenig schmeichelhaften Liste 2011 die Schweiz, gefolgt von den Cayman Islands und Luxemburg. Auf Platz neun liegt Deutschland.