Gesetzesentwurf gefährdet italienische Wikipedia

Ein derzeit in Italien verhandelter Gesetzesvorschlag („DDL Intercettazioni“) könnte die Zukunft der italienischen Version der Onlineenzyklopädie Wikipedia gefährden.

Paragraf 29 des Vorschlags sieht vor, dass alle Websites künftig innerhalb von 48 Stunden von Dritten kritisierte Inhalte kommentarlos korrigieren müssen, wenn der Antragsteller die Inhalte als rufschädigend empfindet. Für die Durchsetzung ist keine Bewertung durch eine unabhängige Stelle nötig.

„Ende für Wikipedia-Methode“

Wikipedia erklärte in einer Mitteilung, dass eine solche Regelung, die es nicht ermöglicht, über die Änderungswünsche zu diskutieren oder diese zu verifizieren, die Freiheit und Unabhängigkeit der Plattform gefährde und damit ein Ende der bisherigen „horizontalen Methode“ des offenen Zugangs und Editierens bedeute.

Auch für News-Portale, Blogs und andere Websites dürfte eine solche Regelung gravierende Auswirkungen haben, wenn das Gesetz tatsächlich verabschiedet wird.