„Format“: Neue Details zu Grasser-Einvernahme

Das Magazin „Format“ veröffentlicht Details aus den mehr als 250 Seiten starken Einvernahmeprotokollen zur BUWOG-Affäre. Laut einem Vorabbericht des Magazins von heute widerspricht Marina Giori-Lhota darin ihrem Schwiegersohn Karl-Heinz Grasser bezüglich der berühmten Bargeldtransporte in Höhe von 500.000 Euro in den Jahren 2005 und 2006.

Der Anwalt des ehemaligen Finanzministers, Manfred Ainedter, tobt: „Die Meldung ist geradezu skandalös“, sagte er der APA. „Format“ habe einen polizeilichen Aktenvermerk bewusst missinterpretiert.

Geld in drei Tranchen überbracht

Grasser gab laut Bericht beim Staatsanwalt an, er habe das Geld für seine Schwiegermutter in drei Tranchen von der Schweiz nach Österreich gebracht. „Meine Schwiegermutter hat mir 100.000 Euro in die Hand gedrückt und hat gesagt: ‚Schau, dass Du bestmöglich Geld veranlagen kannst‘“, zitiert „Format“ aus dem Einvernahmeprotokoll.

„Im Dezember sind es weitere 330.000 Euro geworden, und im Jänner oder Februar sind es weitere 70.000 Euro geworden, und dann waren die 500.000 Euro da. Dann haben wir mit der Geldveranlagung angefangen“, so Grasser laut Bericht.

Dementi aus Kitzbühel

Laut einem „Format“ vorliegenden Polizeibericht, der im Mai 2011 anlässlich der bei ihr in Kitzbühel durchgeführten Razzia verfasst worden sei, bestreite jedoch Giori-Lhota die Version ihres Schwiegersohns. Damals sei sie von ihrem Ehemann Adalbert Lhota im Beisein der Polizeibeamten angerufen worden. Lhota habe ihr die im Hausdurchsuchungsbefehl festgehaltenen Vorwürfe bezüglich der Bargeldtransporte geschildert.

„Format“ zitiert aus dem polizeilichen Aktenvermerk vom 26. Mai 2011: „Auf die Frage, was seine Frau zum Vorgelesenen sage, teilte er (Adalbert Lhota, Anm.) mit, dass Giori-Lhota die Ausführungen der vorgelesenen Seiten absolut in Abrede stellt.“