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Cernko: Bank wird nicht verkauft

Erst vor wenigen Tagen hat die Ratingagentur Moody’s die heimische Bank Austria herabgestuft. Das führte am Wochenende sogar zu Spekulationen, das Institut könnte vom italienischen Mutterkonzern UniCredit verkauft werden.

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Einen entsprechenden Bericht im „Kurier“ (Sonntag-Ausgabe) dementierte Bank-Austria-Chef Willibald Cernko allerdings noch am Wochenende vehement: „Das ist völliger Schwachsinn. Mehr ist dazu nicht zu sagen.“ In der Zeitung wurde gemutmaßt, die UniCredit könnte Familiensilber verkaufen müssen, um sich selber zu stärken. Cernko hielt dem entgegen, die Bank Austria sei integraler Bestandteil der UniCredit. Daran gebe es nichts herumzudeuten.

„Wird darüber geredet“

Der „Kurier“ spekulierte darüber, ob UniCredit-Chef Federico Ghizzoni versuchen werde, die österreichische Tochter Bank Austria an den Mann zu bekommen. „Vermutlich nicht innerhalb der nächsten paar Monate, so lange wird sich die UniCredit möglichst unauffällig verhalten. Aber 2012 wäre das schon eine Option“, wurde ein namentlich nicht genannter Spitzenbanker zitiert. „Natürlich wird am Markt intensiv darüber geredet“, so ein Vorstand einer heimischen Großbank. Interessenten gebe es, genannt würden vor allem britische und amerikanische Großbanken, die kaum in Osteuropa engagiert sind.

Finanzministerium und Nationalbank würden die Entwicklung in Italien aufmerksam beobachten. Auch in Deutschland sind Bankenaufsicht und Finanzministerium wachsam. HVB-Chef Theodor Weimer soll vor kurzem zu Finanzminister Wolfgang Schäuble zitiert worden sein, hieß es im Bericht weiter - wegen Befürchtungen, die Mailänder UniCredit-Zentrale sauge zur eigenen Stärkung Kapital aus München ab. Das wurde von der Münchner HVB - Schwesterbank der Wiener Bank Austria - ebenfalls dementiert.

Downgrading Italiens schlägt durch

Das scharfe Downgrading Italiens schlug sich Mitte letzter Woche auf die größte Bank des Landes, die UniCredit, durch - und damit auf ihre Tochter Bank Austria. Mittwochnacht stufete Moody’s das Langfristrating der Verbindlichkeiten und Einlagen der Bank Austria, das mit „A1“ bewertet war, auf „A2“ herunter. Die Ratingagenturen bewerten zurzeit Banken und Unternehmen in Italien immer schlechter. Die Herabstufung der Bonität der UniCredit und damit der Bank Austria kam für den Markt nicht überraschend. Den Ausblick für die Bank Austria stellte Moody’s auf „negativ“. Auch die deutsche UniCredit-Tochter HVB wurde zurückgestuft.

Auffallend an der Ratingentscheidung war, dass sich das „Stand alone financial strength rating“ der Bank Austria - wo Moody’s für das Finanzstärkerating die Selbstständigkeit der Bank simuliert - nicht veränderte. Diese Ratingeinstufung baut auf dem Grundrating auf; einen Ratingpunkt schuldet die Bank Austria der Kapitalvernetzung mit der Mutter UniCredit und gleich zwei Stufen nach oben dankt sie in der eigenständigen Bewertung dem im Vergleich zu Italien viel besseren Länderrating der Republik Österreich, hieß es von Experten.

Nachdem die Ratingagenturen wegen der Schuldenkrise alarmiert sind und zudem gerade zahlreiche Osteuropa-Banken auf der „Watchlist“ haben, gehen Experten davon aus, dass die Bank Austria nicht die einzige Großbank in Österreich bleibt, die diesen Herbst herabgestuft wird.

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