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Gegenseitiges Misstrauen

Die Banken horten so viel Geld bei der EZB wie seit Juni 2010 nicht mehr: Nach Angaben der Europäischen Zentralbank (EZB) kletterte per Sonntagabend das Volumen in der Einlagefazilität auf 255,569 Mrd. Euro von 229,003 Mrd. Euro am Donnerstagabend.

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Zugleich mussten sich einige Banken über Nacht wieder bei der EZB mehr Geld leihen: insgesamt 2,837 Milliarden Euro nach 1,846 Mrd. Euro zuvor. Schon an sechs Tagen in Folge liegen die Ausleihungen bei über einer Milliarde Euro.

„Genau weiß natürlich niemand, wer da Probleme haben könnte. Aber es gibt ja bekanntlich Sorgenkinder in der Branche, bei denen sich die Lage in der vergangenen Woche zugespitzt haben könnte“, sagte ein Händler. „Das sind aber reine Spekulationen, das wird man nie wirklich erfahren“, fügte ein anderer hinzu. Mit der Zuteilung des Wochentenders am Mittwoch sollte sich das Ausleihevolumen wieder stark verringern.

Liquidität fehlt

Das hohe Volumen des bei der EZB hinterlegten Geldes spiegelt das Misstrauen der Banken untereinander wider. Schon zu Beginn der Finanzkrise 2007 und im Sog der Lehman-Pleite im September 2008 war der Interbanken-Geldhandel quasi zum Erliegen gekommen. Im Falle der mit ihrem Griechenland-Engagement ins Wanken geratenen Bank Dexia haben Belgien, Frankreich und Luxemburg Staatsgarantien in Höhe von 90 Mrd. Euro übernommen.

Derweil notierten die Sätze für Tagesgeld wenig verändert in einer Spanne von 0,80 bis 0,85 Prozent. Am Dienstag - dem Ende der Mindestreserveperiode - dürften die Sätze Händlern zufolge in Erwartung eines Schnelltenders der EZB wieder anziehen.

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