EU will Kyoto-Protokoll fortführen

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Knapp zwei Monate vor der UNO-Klimakonferenz im südafrikanischen Durban hat sich die EU zur Fortsetzung des Kyoto-Protokolls bekannt. Allerdings knüpften die EU-Umweltminister ihre Bereitschaft an Bedingungen: Die EU werde sich neuen Zielen bei der Reduzierung des klimaschädlichen CO2 unterwerfen, wenn auch die größten Verschmutzer - vor allem die USA und Schwellenländer wie China - sich mittelfristig zu einem global verbindlichen Abkommen verpflichteten, sagte EU-Kommissarin Connie Hedegaard gestern in Luxemburg.

Zu diesem Ziel müsse in Durban ein konkreter Zeitplan verabschiedet werden. Als mögliches Datum, „bis die anderen mit an Bord kommen“, nannte Hedegaard 2015. „Das ist eine Brücke, bis wir geklärt haben, was danach kommt“, sagte sie weiter. In Durban geht es vor allem um die Frage, wie der Klimawandel nach dem Auslaufen des Kyoto-Protokolls Ende 2012 aufgehalten werden kann. Bisher besteht international die Absicht, den Temperaturanstieg unter zwei Grad zu halten - gegenüber der vorindustriellen Zeit.

„Europa ist nicht das Problem“

Die EU ist heute für elf bis 16 Prozent der weltweiten Emissionen verantwortlich. „Europa ist nicht das Problem“, sagte Hedegaard. Die EU habe bereits eigene Ziele basierend auf Kyoto in der Gesetzgebung definiert und sei dabei, diese zu übertreffen. Dagegen würden viele Schwellenländer von Jahr zu Jahr mehr klimaschädliches CO2 ausstoßen. Dass in Durban ein global verbindliches Klimaabkommen zustande kommt, gilt als ausgeschlossen.

„Das Leichteste wäre, diesen ganzen internationalen Prozess zu begraben. Das Schwierige ist, einen Weg nach vorne zu finden“, sagte Hedegaard. Wenn sich nur die EU und einige kleinere Länder zu einem Kyoto II verpflichteten, könne Durban nicht zum Erfolg erklärt werden. Das 2005 in Kraft getretene Kyoto-Protokoll verpflichtet Industrieländer, die Emissionen der wichtigsten Treibhausgase bis 2012 um durchschnittlich 5,2 Prozent unter das Niveau von 1990 zu senken. Die USA haben das Kyoto-Protokoll nicht ratifiziert.