Spitzelaffäre: Frankreichs Geheimdienstchef verhört

In der Affäre um die Bespitzelung eines Journalisten der französischen Zeitung „Le Monde“ hat eine Richterin heute den Chef des Inlandsgeheimdienstes, Bernard Squarcini, verhört.

„Ich habe eine Vorladung erhalten und ich komme dieser Vorladung nach“, sagte Squarcini am Nachmittag bei seiner Ankunft am Pariser Justizpalast. Der Geheimdienstchef wird als „Zeuge mit Rechtsbeistand“ vernommen. Das ist ein Zwitterstatus zwischen Verdächtigtem und Beschuldigtem.

Squarcini und Polizeichef Frederic Pechenard sollen im Auftrag des Staatsanwalts die Telefonate des „Le Monde“-Journalisten ausgewertet haben, um dessen Quellen ausfindig zu machen. Der Journalist hatte in der Affäre um mutmaßlich illegale Parteispenden der Milliardärin und Hauptaktionärin des Kosmetikkonzerns L’Oreal, Liliane Bettencourt, recherchiert. Von den Spenden soll auch Präsident Nicolas Sarkozy im Wahlkampf 2007 profitiert haben. Der sozialistische Präsidentschaftskandidat Francois Hollande hatte bereits Ende September den Rücktritt von Squarcini und Pechenard gefordert.