Studentenproteste: Chiles Regierung lenkt offenbar ein

Nach massiven Studentenprotesten ist die chilenische Regierung offensichtlich zu Zugeständnissen bereit. Vertreter der konservativen Koalition von Präsident Sebastian Pinera erklärten gestern, es werde möglicherweise mehr Stipendien für ärmere Studenten geben. Rund 60.000 Demonstranten marschierten wieder durch die Straßen Santiagos und forderten eine Reform des Bildungssystems.

Pinera traf sich mit regierungstreuen Parlamentariern, um das Haushaltsprojekt für 2012 zu besprechen. Senator Francisco Chahuan sprach sich dabei für mehr Stipendien aus, um 60 Prozent der einkommensschwächeren Studenten zu unterstützen - wie von der Studentenbewegung gefordert. Bisher hatte sich die Regierung nur bereiterklärt, 40 Prozent zu unterstützen.

Die Proteste verliefen heute weniger gewalttätig. Aber es kam erneut zu Zusammenstößen. 40 Menschen wurden festgenommen, fünf Polizisten verletzt. Am Tag zuvor hatten Demonstranten einen Bus in Brand gesetzt, 263 Menschen wurden festgenommen. Die Studentenbewegung protestiert seit fünf Monaten gegen die hohen Gebühren an Universitäten und vielen Schulen.