Somalia: Schabab-Miliz will 70 AU-Soldaten getötet haben

Die islamistische Schabab-Miliz hat nach eigenen Angaben gestern in Somalia mehr als 70 Soldaten der Afrikanischen Union (AU) getötet. Die Leichen wurden der Presse am Abend in der Nähe der Hauptstadt Mogadischu gezeigt, wie Schabab-Sprecher Ali Mohamud Rage mitteilte. Zeugen berichteten, unter den Toten in dem von der Miliz kontrollierten Gebiet Alameda, 18 Kilometer von Mogadischu entfernt, seien keine Somalier gewesen.

Schlimmstes Massaker seit Beginn des Einsatzes

Der Zeuge Hassan Junus sagte, er habe 63 tote burundische Soldaten gezählt. Fotos zeigten mindestens 20 aufgereihte Leichen in Militäruniformen. Einige Leichen wurden Zeugenaussagen zufolge von aufgebrachten Anwohnern durch den Sand geschleift. Sollten sich die Angaben bestätigen, wäre es das schlimmste Massaker an AU-Truppen seit Beginn ihres Einsatzes zur Unterstützung der schwachen somalischen Übergangsregierung in Mogadischu im März 2007.

Gestern Früh hatte es in Deynile, einem von der Miliz kontrollierten Vorort von Mogadischu, heftige Kämpfe zwischen den Schabab-Milizen und Truppen der somalischen Übergangsregierung sowie der Afrikanischen Union gegeben. Nach Angaben der Sicherheitsbehörden brachte die Regierung Deynile zum größten Teil unter ihre Kontrolle. Burundische Soldaten der 9.000 Mann starken AU-Mission in Somalia (AMISOM) sollen an der Spitze des Angriffs gestanden haben.