UNESCO soll bröckelnde Welterbestätte Pompeji retten

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Die UNO-Kulturorganisation UNESCO soll die archäologische Welterbestätte Pompeji bei Neapel unter ihre Aufsicht stellen. Nachdem am Samstag eine antike Mauer in der Nähe des Steintors „Porta di Nola“ nach schweren Niederschlägen eingestürzt ist, wird sich die UNESCO selber direkt um Instandhaltung des archäologischen Geländes kümmern. „UNESCO wird Pompeji retten“, berichtete die italienische Tageszeitung „La Stampa“ heute.

„Die UNESCO wird Pompeji technische Unterstützung sichern, de facto wird sich die UNO-Kulturorganisation erstmals direkt um ein Weltkulturerbe kümmern“, berichtete „La Stampa“. Das Kulturministerium versicherte, dass sich die UNESCO nicht in seine Kompetenzen einmischen werde. „Es wird lediglich zu einer engeren Zusammenarbeit kommen“, so ein Sprecher des Kulturministeriums.

Bereits im vergangenen Jahr waren mehrere Gebäude der Jahrtausende alten bedrohten Ausgrabungsstätte eingestürzt, darunter die „Schola Armaturarum“. In diesem Fresken-Haus hatten sich im Alten Rom einst Gladiatoren auf ihren Kampf vorbereitet. Seitdem habe die italienische Regierung auch unter dem Druck der schweren Einsparungen zur Schuldeneindämmung keine zusätzliche Finanzierungen zu Pompejis Rettung lockermachen müssen. Die Einstürze in Pompeji hatte der italienische Staatspräsident Giorgio Napolitano als „Schande“ für Italien bezeichnet.