Kosovo-Serbe in Kosovska Mitrovica getötet

In der Stadt Kosovska Mitrovica im Nordkosovo ist ein Serbe durch Schüsse getötet worden. Nach Behördenangaben wurden zwei weitere Serben gestern Abend schwer verletzt, unter ihnen ein Polizist.

Die kosovarische Führung verurteilte den Vorfall und rief dazu auf, Ruhe zu bewahren. Einen ähnlichen Appell für „Frieden und Stabilität“ gab es vom serbischen Chefunterhändler Borko Stefanovic. Der serbische Minister für das Kosovo, Goran Bogdanovic, forderte die EU-Polizei- und -Justizmission im Kosovo (EULEX) auf, die Ermittlungen in dem Fall von der kosovarischen Polizei an sich zu ziehen. Die Verantwortlichen für den „Terrorakt“ müssten schnellstmöglich gefunden werden, sagte er laut der Nachrichtenagentur Tanjug.

Doch keine Festnahme

Ein Sprecher der kosovarischen Polizei in Mitrovica bestritt am Nachmittag frühere Medienberichte über die Festnahme des mutmaßlichen Verantwortlichen für die Schießerei. Hafiz M. sei als weiterer Augenzeuge angehört worden, sagte Besim Hoti gegenüber der Belgrader Presseagentur Beta. Zunächst hatte es geheißen, der Wachmann einer albanischen Siedlung im Stadtteil Brdjani werde der Tat verdächtigt.

Unruhen nach Handelsstreit

Der Norden des Kosovo an der Grenze zu Serbien ist seit Monaten Schauplatz von Feindseligkeiten zwischen Kosovo-Albanern und -Serben, die in diesem Gebiet im Gegensatz zum übrigen Kosovo die Mehrheit der Bevölkerung stellen. Hintergrund der Vorfälle ist ein Handelsstreit zwischen Serbien und der einstigen südserbischen Provinz Kosovo, die sich im Februar 2008 für unabhängig erklärt hatte.

Im Juli hatte das Kosovo als Reaktion auf ein Einfuhrverbot von serbischer Seite ein Importverbot gegen serbische Waren verhängt. Daraufhin entbrannte ein von Ausschreitungen begleiteter Streit mit den Serben im Nordkosovo über die Kontrolle der Grenze.