Elfenbeinküste: Gbagbo an Den Haag ausgeliefert

Der wegen Verbrechen gegen die Menschlichkeit in seinem Heimatland beschuldigte Ex-Präsident der Elfenbeinküste, Laurent Gbagbo, ist an den Internationalen Strafgerichtshof (IStGH) in Den Haag überstellt worden. Ein Flugzeug mit dem 66-jährigen Gbagbo an Bord landete in der Früh auf dem Airport Rotterdam-Den Haag, wie die niederländischen Behörden bestätigten.

Die Auslieferung Gbagbos an den IStGH nach monatelangem Hausarrest in der Elfenbeinküste hatte gestern der dortige stellvertretende Generalstaatsanwalt Dje Noel bekanntgegeben. Gegen den Ex-Präsidenten ermittelt der Haager Chefankläger Luis Moreno-Ocampo vor allem wegen der blutigen Gewalttaten nach der Wahl, die Gbagbo im November vergangenen Jahres verloren hatte.

Der Beschuldigte hatte sich monatelang geweigert, seinem gewählten Nachfolger im Präsidentenamt, Alassane Ouattara, die Macht zu übergeben. Bis zur Festnahme Gbagbos im April waren den bürgerkriegsähnlichen Auseinandersetzungen mehr als 1.000 Menschen zum Opfer gefallen. Nach UNO-Angaben soll sich der Ex-Präsident für den Tod von mindestens 325 Menschen vor Gericht verantworten.

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