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Sesselrücken im Kreml

Der russische Regierungschef Wladimir Putin hat sich mit 100 Prozent der Stimmen zum Kandidaten für die Präsidentenwahl 2012 küren lassen und dem Ausland Einmischung in den Wahlkampf vorgeworfen. „Fremde Mächte“ würden Oppositionelle dafür bezahlen, damit diese den Wahlkampf „manipulieren“, sagte Putin vergangene Woche vor 11.000 Delegierten.

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Das Staatsfernsehen übertrug die Entscheidung von Putins Partei Geeintes Russland live. Staatschef Dimitri Medwedew warf der Opposition in seiner Rede „Hetze und Lügen“ vor. Eine Woche vor der Parlamentswahl galt der pompöse Parteitag von Geeintes Russland als wichtiger Stimmungstest.

Demonstrative Einigkeit

Putin saß bereits von 2000 bis 2008 im Kreml. Präsident Medwedew soll in einem geplanten Postentausch Putins Amt als Regierungschef übernehmen. Dazu geht Medwedew am Sonntag als Spitzenkandidat von Geeintes Russland in die Parlamentswahl.

Präsidentenwahl im März

Am 4. März 2012 entscheidet Russland über ein neues Staatsoberhaupt. Dann will sich Regierungschef Wladimir Putin wieder zum Präsidenten wählen lassen. Amtsinhaber Dimitri Medwedew verzichtet in Absprache mit Putin auf eine Kandidatur und strebt in einem geplanten spektakulären Postentausch das Amt des Regierungschefs an.

Demonstrativ schritt das „Machttandem“ Putin und Medwedew zu Beginn des Treffens Schulter an Schulter in den Sportpalast. 100 Prozent der ausgegebenen 614 Stimmzettel seien mit einen Votum für Putin zurückgekommen, sagte Funktionär Boris Gryslow als Koordinator des Parteitags.

Medwedew streut Putin Rosen

Die Dankesrede des Regierungschefs wurde immer wieder von „Russland, Russland“- und „Putin, Putin“-Sprechchören seiner Anhänger unterbrochen. Es gebe in Russland „keinen erfolgreicheren, erfahreneren und beliebteren Politiker“ als Putin, sagte Medwedew. „Die Mehrheit unseres Landes vertraut ihm und verknüpft ihre Hoffnungen mit ihm.“

Putin kritisierte in seiner Rede auch die ausländische Unterstützung für einige russische Nichtregierungsorganisationen, ohne aber Namen zu nennen. Versuche, die anstehenden Wahlen zu beeinflussen, seien „verschwendetes Geld“, betonte er. Russland sei eine Demokratie. Der Parteitag war Moskauer Medien zufolge vorverlegt worden, damit er Geeintes Russland vor der Duma-Wahl Rückenwind verleiht.

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