Unruhen in Kasachstan: Präsident kündigt Dialog an

Der kasachische Präsident Nursultan Nasarbajew hat eine Untersuchung der bewaffneten Zwischenfälle in der westkasachischen Stadt Schanaosen sowie einen Dialog mit den unzufriedenen Ölarbeitern angekündigt. Die Arbeitssituation der Ölarbeiter dürfe nicht mit den Gewalttaten in der Stadt vermischt werden, sagte der Präsident in einer Rede an die Kasachen.

Die Urheber der Gewalttäten würden gefunden und bestraft. Zur Lösung des Arbeitskampfes werde eine Kommission, bestehend aus Vertretern der Regierung und der Gesellschaft KazMunaiGaz, in die Stadt im Westen des Landes entsandt, kündigte Nasarbajew an.

Mindestens zehn Tote

Nasarbajew versuchte offenkundig den Eindruck zu widerlegen, es handle sich um soziale Proteste. Eine Gruppe von „Hooligans“ habe bei den Feierlichkeiten zum 20. Jahrestag der Staatsgründung Kasachstans nicht nur Polizisten, sondern Bürger und Zivilisten attackiert, die zu der Feier zusammengekommen seien. Fahrzeuge und ein Hotel seien in Brand gesteckt worden. Insgesamt hätten die Unruhestifter 46 Einrichtungen in der Stadt angegriffen. Der Präsident bestätigte, dass es in Schanaosen zehn Tote gegeben habe. Andere Quellen sprechen von 13.

Proteste für höhere Löhne

Bereits zuvor war gemeldet worden, dass Nasarbajew den Ausnahmezustand über die Stadt verhängt hat. Dieser gelte bis zum 5. Jänner, hieß es auf der Website der kasachischen Präsidentschaftskanzlei.

Die Situation ist der westkasachischen Stadt ist unklar, weil sich keine unabhängigen Journalisten dort aufhalten. Die EU zeigte sich über die Gewalt besorgt. In Schanaosen demonstrieren Arbeiter seit Monaten für höhere Löhne. Am Freitag waren die Proteste eskaliert, Demonstranten steckten öffentliche Gebäude, Hotels, Büros und Autos in Brand. 130 Menschen wurden seitdem festgenommen.