Banken leihen sich bei EZB fast 500 Milliarden Euro

Das verlockende Angebot der Europäischen Zentralbank (EZB) kommt an: Die Banken des Euro-Raums haben sich heute bei der Notenbank mit einer Rekordsumme an Liquidität eingedeckt. Insgesamt liehen sich die wegen der Euro-Krise verunsicherten Institute zu günstigen Konditionen 489,2 Milliarden Euro für einen Zeitraum von bis zu drei Jahren, wie die EZB in Frankfurt mitteilte.

Das war deutlich mehr als erwartet: Im Schnitt hatten Volkswirte mit rund 300 Mrd. Euro gerechnet. An den Börsen und beim Euro-Kurs schlug sich die Nachricht allerdings nur kurzfristig in Kursaufschlägen nieder.

Die EZB hatte die Kreditvergabe in unbegrenzter Höhe parallel zu ihrer letzten Zinssenkung angekündigt, um eine Verschärfung der Krise im Bankensektor - und in der Realwirtschaft - zu verhindern. Hintergrund: Die Geldinstitute leihen einander derzeit aus Angst vor Risiken in den Bilanzen nur ungern gegenseitig Geld.

Zudem ist der Markt für neue Bankanleihen, mit denen die Häuser Fremdkapital aufnehmen könnten, fast ausgetrocknet. Experten befürchteten daher, dass die Banken die Kreditversorgung der Unternehmen drastisch einschränken. Außerdem könnten einzelne Banken in existenzbedrohende Schieflagen geraten.