Jemen: Saleh kündigte Ausreise in die USA an

Der jemenitische Präsident Ali Abdullah Saleh hat gestern angekündigt, in die USA ausreisen zu wollen. „Ich gehe in die USA. Nicht, um mich behandeln zu lassen, denn mir geht es gut, sondern um von der ganze Aufmerksamkeit und den Kameras wegzukommen und die Übergangsregierung ordentlich die Wahlen vorbereiten zu lassen“, erklärte Saleh gegenüber Reportern in Sanaa.

Er werde „einige Tage“ dort sein, dann aber zurückkehren. „Ich werde mich von der politischen Arbeit zurückziehen und als Teil der Opposition auf die Straße gehen“, kündigte der Präsident an. Der Präsident hatte im November ein Abkommen zur Übergabe der Macht an eine Übergangsregierung unterschrieben. Die Übereinkunft gestand ihm jedoch zu, bis zur Präsidentenwahl am 21. Februar als Ehrenpräsident formell im Amt zu bleiben. Schon damals war spekuliert worden, er könnte ins Exil in die USA gehen.

Tote bei Demonstration

Zuvor hatten jemenitische Regierungstruppen während eines Protestmarschs gegen Saleh das Feuer auf Demonstranten eröffnet. Dabei wurden in der Hauptstadt Sanaa mindestens zwei Menschen getötet und mehrere Dutzend verletzt, wie die Opposition heute berichtete. Andere Quellen sprechen von bis zu neun Toten. Die Sicherheitskräfte setzten auch Tränengas und Wasserwerfer ein.

Etwa 3.000 Demonstranten hatten sich am Mittwoch von der südlichen Stadt Tais auf den Weg in das etwa 255 Kilometer entfernte Sanaa gemacht. Mit dem viertägigen Marsch protestieren sie gegen eine Vereinbarung, wonach der Langzeitmachthaber im Gegenzug für seinen Rückzug aus der Politik Schutz vor Strafverfolgung erhält.