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Behörden: Keine Gefahr

Bei Reparaturarbeiten ist die äußere Hülle eines der größten Atom-U-Boote der russischen Flotte in Brand geraten. Das Feuer sei auf einem hölzernen Gerüst in dem Dock in der nordrussischen Region Murmansk ausgebrochen und habe dann auf das U-Boot übergegriffen, zitierte die Nachrichtenagentur Interfax am Donnerstag einen Marinesprecher.

Nach Angaben eines Sprechers des Verteidigungsministeriums bestand keine Gefahr eines Austritts von Radioaktivität. Die beiden Antriebsreaktoren seien abgeschaltet gewesen. Zudem seien alle Atomwaffen und konventionellen Raketen entfernt worden, noch bevor das U-Boot in das Rosliakowo-Dock nahe der Grenze zu Norwegen eingelaufen sei, sagte der Ministeriumssprecher im Staatsfernsehen.

U-Boot in Flammen

AP/Ru-RTR Russian state channel

Meterhohe Flammen und dichter Rauch im Trockendeck

Die „Jekaterinenburg“ hatte erst im Juli zu Testzwecken eine ballistische Rakete von der Barentssee aus abgefeuert. Anfang Dezember hätten schließlich die Reparaturarbeiten an dem U-Boot begonnen, berichtete die russische Nachrichtenagentur Interfax.

Spezialhubschrauber im Einsatz

Elf Feuerwehrbrigaden und ein Löschboot waren im Einsatz, um die Flammen einzudämmen. Der Fernsehsender TV-21 berichtete zudem, ein Spezialhubschrauber habe tonnenweise Wasser auf das U-Boot geschüttet. „Ich habe etwa zehn Meter hohe Flammen gesehen“, sagte ein Augenzeuge dem Fernsehsender. Auch nachdem das Feuer unter Kontrolle gebracht worden war, zeigten Fernsehbilder riesige Rauchwolken aufsteigen.

Das Feuer brach vermutlich aus, als - aufgrund von Verstößen gegen Sicherheitsvorschriften - ein hölzernes Gerüst auf dem Dock zu brennen begann. Das Feuer griff vom Gerüst auf den Stahlmantel des U-Boots über. Es bestehe keine Explosionsgefahr, da die gesamte Stromversorgung abgeschaltet worden sei.

Erinnerungen an Kursk-Katastrophe

Sicherheit auf U-Booten ist ein hochsensibles Thema in Russlands Marine: Im August 2000 ereignete sich die bisher größte U-Boot-Katastrophe Russlands. Damals sank das Atom-U-Boot Kursk in der Barents-See. Die gesamte Besatzung, 118 Mann, kam dabei ums Leben.

Bei dem betroffenen Atom-U-Boot handelte es sich nach Angaben des Katastrophenschutzministeriums um die 11.740 Tonnen schwere „Jekaterinenburg“. Es gehört der Delta-IV-Klasse an und kann russischen Medienberichten zufolge 16 Interkontinental-Raketen mit sich führen.

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