Ausschreitungen bei Protesten in Bahrain

Bei Protesten im Anschluss an die Beisetzung eines Jugendlichen ist es im Königreich Bahrain zu Ausschreitungen gekommen. Die Polizei ging gestern nach Angaben von Aktivisten und Bewohnern mit Tränengas gegen Hunderte meist jugendliche Demonstranten vor.

Die Auseinandersetzungen hielten über Stunden an, sagte ein Bewohner des überwiegend von Schiiten bewohnten Orts Sitra südlich der Hauptstadt Manama. Mindestens ein Demonstrant sei verletzt worden, als er am Kopf von einem Tränengaskanister getroffen worden sei, teilten Aktivisten über den Kurznachrichtendienst Twitter mit.

Von Tränengaskanister getroffen

Die Demonstranten waren den Angaben zufolge nach der Beisetzung eines 15-Jährigen auf die Straße gegangen. Der Bursche war am Vortag nach Angaben von Regierungsgegnern aus kurzer Entfernung von einem Tränengaskanister getroffen worden und daraufhin verstorben. Die Behörden erklärten, die Leiche des Jugendlichen habe großflächige Verbrennungen aufgewiesen, die ein Tränengaskanister nicht habe verursachen können.

Erste Erkenntnisse hätten ergeben, dass der Verstorbene an Angriffen auf Sicherheitskräfte mit Brandsätzen beteiligt gewesen sei, zitierte die staatliche Nachrichtenagentur BNA einen Polizeivertreter.

Beinahe täglich Zusammenstöße

In Bahrain kommt es nahezu täglich zu Konfrontationen zwischen Sicherheitskräften und Demonstranten. Die von den Aufständen in Tunesien und Ägypten inspirierte größere Demokratiebewegung wurde allerdings im vergangenen Jahr mit militärischer Unterstützung der Nachbarn Saudi-Arabien und Vereinigte Arabische Emirate niedergeschlagen. Die Proteste werden überwiegend von der schiitischen Bevölkerungsmehrheit getragen und richten sich gegen die sunnitischen Herrscher.