Malaysia: Explosionen nach Freispruch für Oppositionsführer

Kurz nach dem Freispruch für den malaysischen Oppositionsführer Anwar Ibrahim sind vor dem Gerichtsgebäude in der Hauptstadt Kuala Lumpur drei Sprengsätze explodiert. Die kleinen, aber lauten Explosionen ereigneten sich heute, kurz nachdem der 64-jährige Anwar das Gericht verlassen hatte.

Auf der Straße hatten sich mindestens 5.000 seiner Anhänger versammelt, um den wegen angeblicher Homosexualität angeklagten Politiker zu unterstützen. Polizeichef Mohmad Salleh sagte, fünf Menschen seien leicht verletzt ins Krankenhaus gebracht worden. Die Ursache der Explosionen war zunächst unklar, der Polizeichef verwies auf die noch laufenden Ermittlungen.

Zeitung: Batterien und Kabel gefunden

Polizisten sagten, es seien lediglich laute Feuerwerkskörper hochgegangen. Die Zeitung „The Star“ berichtete jedoch, nach den Explosionen seien Batterien und Kabel gefunden worden, was auf selbst gebastelte Sprengsätze hindeute. Der Polizeichef wollte sich nicht zu dem Bericht äußern.

Anwar war in dem vielfach als politisch kritisierten Prozess eine homosexuelle Beziehung zu einem früheren Mitarbeiter vorgeworfen worden. Dem früheren Vizeregierungschef hatten bis zu 20 Jahre Gefängnis gedroht. Homosexualität ist im muslimischen Malaysia illegal. Internationale Organisationen wie die Menschenrechtsorganisation Amnesty International sowie ausländische Medien hatten die Vorwürfe gegen Anwar in Zweifel gezogen.

Video dazu in iptv.ORF.at