Haditha-Massaker: US-Militärprozess begonnen

Mehr als sechs Jahre nach dem Massaker an Zivilisten im irakischen Haditha muss sich der letzte von ursprünglich acht US-Soldaten vor einem Militärgericht für das Verbrechen verantworten.

Auf dem kalifornischen Stützpunkt Camp Pendleton warf die Anklage dem Unteroffizier Frank Wuterich gestern (Ortszeit) unter anderem Totschlag vor. Das Massaker gilt als eines der schwersten Kriegsverbrechen der US-Armee im Irak.

Am 19. November 2005 war eine Gruppe Marineinfanteristen nach dem Tod eines Kameraden bei einem Bombenanschlag in einem regelrechten Rachefeldzug durch die Stadt Haditha in der Provinz al-Anbar im Nordwesten des Landes gezogen. Rund drei Stunden lang gingen sie von Haus zu Haus und töteten 24 Menschen, darunter zehn Frauen und Kinder.

Wuterich muss sich in dem rund einmonatigen Verfahren unter anderem wegen Totschlags in neun Fällen und Verletzung der Dienstpflicht verantworten. Bei einem Schuldspruch drohen dem 31-Jährigen bis zu 150 Jahre Haft. Der Unteroffizier weist alle Vorwürfe von sich, seine Verteidiger fordern einen Freispruch.