Pakistan: Berichte über Tod des Taliban-Anführers

Der Anführer der radikalislamischen Taliban in Pakistan ist nach Angaben von Geheimdienstmitarbeitern womöglich bei einem US-Drohnenangriff getötet worden. Vier pakistanische Geheimdienstvertreter sagten der Nachrichtenagentur Reuters gestern, sie hätten Funksprüche zwischen mehreren Taliban-Kämpfern abgehört.

Diese hätten darüber gesprochen, dass Hakimullah Mehsud getötet worden sei, als eine Drohne seinen Konvoi getroffen habe. Zuvor hatte die „Washington Post“ unter Berufung auf von „offizieller Seite“ abgehörte Taliban-Funksprüche über die mögliche Tötung Mehsuds berichtet.

Dementi der Taliban

Den Funksprüchen zufolge sei Hakimullah auf dem Weg zu einem Treffen in Nordwaziristan an der Grenze zu Afghanistan gewesen, hieß es aus dem Geheimdienst. Die pakistanischen Taliban wiesen die Angaben allerdings zurück. Hakimullah sei am Leben, erklärte ein Sprecher. Allerdings war das Dementi weniger scharf formuliert als jenes, das die Taliban 2010 herausgaben, nachdem ebenfalls Meldungen über die Tötung Hakimullahs erschienen waren.

Die Tehrik-e Taliban Pakistan (TTP) hatten ihren Aufstand 2007 begonnen, nachdem das Militär eine Offensive gegen Extremisten gestartet hatte. Hakimullahs Vorgänger Baitullah Mehsud war 2009 bei einem Drohnenangriff getötet worden. Die TTP gelten als größte Bedrohung der Sicherheit in Pakistan, das einer der wichtigsten Verbündeten des Westens im Kampf gegen die Taliban in Afghanistan ist.