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Von Spanien und der EU unterstützt

Klein, wendig, ohne CO2-Emission und zum Parken sogar zusammenklappbar: Am Dienstag wurde der Prototyp des Hiriko in Brüssel vorgestellt. Der im spanischen Baskenland entwickelte Miniflitzer gilt als eines der ambitioniertesten Projekte für den städtischen Nahverkehr.

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Sogar EU-Kommissionspräsident Jose Manuel Durao Barroso ließ es sich nicht nehmen, bei der Präsentation in Brüssel dabei zu sein - vor allem, weil das von der spanischen Regierung mit Millionen Euro unterstützte Projekt nicht nur auf ökologische, sondern auch soziale Herausforderungen reagiere, so Barroso. Die EU hat den Bau des Autos mit Geldern zur Förderung benachteiligter Regionen unterstützt.

Prototyp des Elektroautos Hirinko im Normalzustand

ddp/Timur Emek

Rund 2,5 Meter ist der Hiriko (hier in einer Studie) lang

Seinen Namen hat er aus dem Baskischen, wo Hiriko etwa „für die Stadt“ bedeutet. Auf einer Schiene gleitet die Fahrgastzelle des Kleinstwagens beim Zusammenklappen nach hinten und oben und schafft so Platz. Die Länge des Wagens reduziert sich damit von 2,5 auf 1,5 Meter, womit drei der Autos auf einen Parkplatz passen, den sonst ein normaler Pkw benötigt. Ein- und Ausgestiegen wird durch die Frontscheibe, ähnlich wie bei der legendären Isetta von BMW.

Prototyp des Elektroautos Hirinko im zusammengefalteten Zustand

ddp/Timur Emek

Die Fahrerkabine kann nach vorne geklappt werden

Motoren in den Rädern

Entwickelt wurde Hiriko vom Verein Afypaida und dem baskischen Innovationszentrum Denokinn in Kooperation mit dem Bostoner Massachusetts Institute of Technology (MIT). Angetrieben wird der nur 500 Kilo schwere Wagen von vier in den Rädern eingebauten Elektromotoren. Auch die Hinterräder sind lenkbar - das erleichtert das Einparken zusätzlich. Der Wagen kann damit sogar auf der Stelle wenden.

Der Akku wurde im Unterboden verstaut, damit bleibt zumindest ein bisschen Platz für Gepäck im Rückraum. Rund 120 Kilometer reicht eine Akkuladung, das Aufladen soll dann nur zwölf Minuten dauern. Und mit drei Sekunden von Null auf 50 km/h kann sich auch die Beschleunigung durchaus sehen lassen. 50 km/h ist dann auch die Höchstgeschwindigkeit.

Produktion in „Partnerstädten“

Eingesetzt soll der Wagen vor allem bei Carsharing-Projekten werden. Und hier setzt das soziale Konzept an: Angefertigt soll das Auto nur in jenen Städten werden, die es auch einsetzen wollen. Der Bau soll dabei vor allem in sozial schwachen Regionen angesiedelt werden, um diesen wirtschaftlich unter die Arme zu greifen. Als Teststadt dient Malmö in Schweden, die Produktion soll im Bezirk Rosengard mit einer hohen Arbeitslosenquote passieren. Auch in Bilbao in Spanien und in Boston sollen Testläufe stattfinden.

Interesse angemeldet haben aber bereits einige Städte und Regionen - unter anderen Berlin, Barcelona, Brüssel, San Francisco und die Galapagos-Inseln. Die ersten Modelle werden heuer fertig, in Serie soll die Produktion 2013 gehen. Spätestens dann soll der Hiriko auch für Private zu erwerben sein - um rund 12.500 Euro.

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