Präsident der Malediven sieht sich als Putschopfer

Der nach einer Meuterei der Polizei zurückgetretene Präsident der Malediven, Mohamed Nasheed, ist nach eigenen Angaben mit Waffengewalt zum Rücktritt gezwungen worden.

Er habe sich gestern in das Hauptquartier der Armee begeben und sei dort auf rund 18 bewaffnete Polizei- und Armeeoffiziere „mittleren Ranges“ gestoßen, sagte Nasheed heute der Nachrichtenagentur AFP in einem Telefonat.

„Sie haben mir gesagt, dass sie ihre Waffen benutzen, wenn ich nicht zurücktrete. Ich habe das als Drohung begriffen.“ Die Offiziere hätten ihm bis 13.00 Uhr Zeit gegeben zurückzutreten, sagte Nasheed weiter. Er sei schließlich von den Männern in den Präsidentenpalast gefahren worden.

„Sie zwangen mich, einen Rücktrittsbrief zu schreiben“ - auf Briefpapier der Präsidentschaft. Nasheed verkündete seinen Rücktritt anschließend in einer Fernsehansprache und sagte, es sei für das Land „in der derzeitigen Situation besser“, dass er zurücktrete.