Maledivischer Ex-Präsident drängt auf Neuwahl

Der maledivische Ex-Präsident Mohamed Nasheed hat den Rücktritt seines Nachfolgers Mohamed Waheed und Neuwahlen in seinem Land gefordert.

Vor seiner Erklärung gestern Abend hatte ein Gericht einen Haftbefehl gegen ihn ausgestellt. Grund dafür waren Straßenschlachten seiner Anhänger mit Sicherheitskräften am Vortag. Nasheed sagte, dass seine Maledivische Demokratische Partei (MDP) als Sieger aus der Wahl hervorgehen würde. Die nächste Wahl in dem Inselstaat ist für 2013 vorgesehen.

Die Vereinten Nationen (UNO) schalteten sich inzwischen in den Machtkampf auf den Malediven ein. Heute traf sich der stellvertretende Generalsekretär für politische Angelegenheiten, Oscar Fernandez-Taranco, mit dem amtierenden und dem ehemaligen Präsidenten, um über eine Lösung des Konflikts zu beraten.

Die Lage im Inselstaat schien sich unterdessen etwas beruhigt zu haben. Selbst in der Nähe des Büros des Präsidenten in der Hauptstadt Male waren keine besonderen Sicherheitsvorkehrungen sichtbar. Nasheed war am Dienstag zurückgetreten. Er gab an, mit Waffengewalt dazu gezwungen worden zu sein. Sein Nachfolger Waheed bestreitet das. Die Familie des Ex-Präsidenten - seine Ehefrau und die beiden Töchter - floh gestern nach Sri Lanka.