Präsidentschaftswahl im Jemen von Gewalt überschattet

Tödliche Gewalt hat heute die Präsidentenwahl im Jemen überschattet. Bei Schusswechseln starben im Süden und Südosten des Landes nach Angaben von Sicherheitsbeamten und Augenzeugen mindestens vier Menschen. Bei einem Schusswechsel zwischen Separatisten und Sicherheitskräften in der Stadt Aden wurde laut Einwohnern ein zehn Jahre altes Kind von einer Kugel getroffen und tödlich verletzt.

Ebenfalls in Aden, der größten Stadt im Süden des Landes, wurde ein Polizist bei einem Schusswechsel getötet, wie aus Sicherheitskreisen verlautete. Bewaffnete Separatisten attackierten demnach mehrere Wahlbüros und setzten Wahlurnen in Brand. Im Stadtteil Dar Saad wurde ein Passant bei einer Schießerei verletzt.

Wie ein Journalist der Nachrichtenagentur AFP berichtete, blockierten Aktivisten mit Steinen und brennenden Reifen Straßen, um den Verlauf der Wahl zu behindern. In mehreren Stadtteilen waren laut Anrainern Schüsse zu hören.

Video dazu in iptv.ORF.at

Wahl mit einem Kandidaten

In der Früh hatte die Präsidentenwahl begonnen, mit der ein Schlussstrich unter die 33-jährige Amtszeit von Staatschef Ali Abdallah Saleh gezogen werden soll. An Salehs Stelle soll sein bisheriger Stellvertreter Abd Rabbo Mansur Hadi rücken, der sich als Einziger um das höchste Staatsamt bewirbt.

Der 66-Jährige soll für zwei Jahre im Amt bleiben. Vor allem im Süden des Landes hatte es Boykottaufrufe gegeben. Die dortige Bewegung des Südens ist für eine Unabhängigkeit des Landesteils, der bereits bis 1990 unabhängig gewesen war.