Mindestens zehn Tote bei Präsidentschaftswahl im Jemen

Überschattet von Gewalt im Süden und einem Boykott schiitischer Rebellen im Norden hat die Bevölkerung im Jemen gestern einen neuen Präsidenten gewählt. Zur Wahl stand mit Abed Rabbo Mansour Hadi, dem bisherigen Stellvertreter des von Protesten aus dem Amt gezwungenen langjährigen Staatschefs Ali Abdallah Saleh, nur ein Kandidat. Im Süden griffen Rebellen mehrere Wahllokale an, mindestens zehn Menschen starben.

Ungeachtet eines massiven Sicherheitsgebots griffen bewaffnete Aufständische in Aden, der ehemaligen Hauptstadt des bis 1990 unabhängigen Südens, mehrere Wahllokale an. Andere Aktivisten blockierten mit Steinen und brennenden Reifen Straßen. Laut einem Behördenvertreter musste die Hälfte der 20 Wahlbüros vorzeitig geschlossen werden.

In anderen, von mutmaßlichen Al-Kaida-Anhängern kontrollierten Orten wie etwa Sinjibar blieben viele Wähler aus Angst vor Gewalt den Urnen fern. Die Aktivisten der „südlichen Bewegung“ hatten zum „Tag des zivilen Ungehorsams“ aufgerufen. Die Bewegung setzt sich für größere Autonomie des ehemals sozialistisch regierten Südens ein. Die Hardliner fordern gar eine Abspaltung.