Rechtsextremer Front National klagt wegen „Halal“-Fleischs

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Die rechtsextreme Partei Front National (FN) in Frankreich hat nach eigenen Angaben Klage gegen den Verkauf von Fleisch eingereicht, das aus Schlachtung nach dem islamischen Reinheitsgebot stammt.

FN-Sprecher Wallerand de Saint Just teilte gestern mit, die Partei klage gegen unbekannt wegen Betrugs bei der verkauften Ware und wegen Gewaltanwendung gegen Tiere. Die Staatsanwaltschaft von Nanterre teilte mit, bei ihr sei bis Donnerstagnachmittag noch keine Klage eingegangen.

Tiere ohne Betäubung geschlachtet

In der Klagsschrift, die Saint Just vorstellte, erneuert der FN seinen Vorwurf, dass alle Schlachtereien im Großraum Paris nach dem islamischen Reinheitsgebot arbeiten. Den Tieren wird dabei ohne Betäubung der Hals durchgeschnitten. Auch das Fleisch, das die rund elf Millionen Bewohner des Großraums Paris essen, sei zum großen Teil „halal“, heißt es in dem Text.

Die Polemik um das „Halal“-Fleisch hatte am Wochenende FN-Chefin Marine Le Pen losgetreten, die für ihre anti-islamischen Parolen bekannt ist. Präsident Nicolas Sarkozy besuchte am Dienstag demonstrativ die Händler im Pariser Großmarkt Rungis. Er sagte, von den 200.000 Tonnen Fleisch, die jedes Jahr in der Hauptstadt und Umgebung gegessen würden, seien nur 2,5 Prozent „halal“. Der Großraum Paris wird aus dem ganzen Land mit Fleisch versorgt.