Proteste gegen Koran-Verbrennung: Sieben Tote in Herat

Bei den Protesten gegen Koran-Verbrennungen durch US-Soldaten in Afghanistan sind heute erneut mehrere Menschen getötet worden. Allein in der westafghanischen Provinz Herat seien laut Reuters sieben Menschen ums Leben gekommen und über 50 verletzt worden. Mindestens zwei Todesopfer wurden auch aus der Hauptstadt Kabul gemeldet.

Ein weiteres Todesopfer wurde aus der Provinz Baghlan gemeldet. Ein Mann sei laut Polizei getötet worden, als Demonstranten ein ungarisch geführtes Feldlager stürmen wollten. Elf Menschen seien bei dem Zusammenstoß in der Provinzhauptstadt Pul-i-Khumri zudem verletzt worden, darunter vier Polizisten und vier Soldaten.

Deutscher Stützpunkt geräumt

In Afghanistan kam es heute den vierten Tag in Folge zu Massenprotesten, nachdem bekanntgeworden war, dass US-Soldaten im US-Stützpunkt Bagram Exemplare des Koran verbrannt hatten. Bei den Protesten starben mittlerweile rund 20 Menschen, unter ihnen zwei US-Soldaten.

US-Präsident Barack Obama hatte sich bei Afghanistans Staatschef Hamid Karsai für die Koran-Verbrennung entschuldigt. Als Reaktion auf die sich auswachsenden Proteste räumte die deutsche Bundeswehr gestern ihren Stützpunkt in der Stadt Talokan im Norden des Landes vorzeitig.´

Video dazu in iptv.ORF.at