Mehrere Tote bei Unruhen in Nordwestchina

Bei blutigen Zwischenfällen in der nordwestchinesischen Region Xinjiang sind mindestens zwölf Menschen ums Leben gekommen. „Ein paar Randalierer“ hätten mindestens zehn Menschen getötet, berichteten heute chinesische Staatsmedien.

Die „gewalttätige Meute“ habe gestern Abend Passanten auf einer Straße in der Stadt Yecheng in der von muslimischen Uiguren bewohnten Präfektur Kashgar angegriffen und niedergestochen. Die Polizei habe mindestens zwei Angreifer erschossen und fahnde nach dem Rest. Mehrere Menschen seien verletzt worden.

Beleidigung als Auslöser?

Der amerikanische Sender Radio Free Asia berichtete, eine E-Mail von einem uigurischen Augenzeugen erhalten zu haben, wonach der Gewaltausbruch durch eine Beleidigung eines uigurischen Jugendlichen durch drei Chinesen ausgelöst worden sei. Eine Gruppe von uigurischen Jugendlichen habe daraufhin die drei Chinesen angegriffen. Paramilitärische Polizei sei mobilisiert worden und habe zwölf Uiguren getötet. Die Angaben konnten nicht bestätigt werden.

Xinjiang gilt wegen der andauernden Spannungen zwischen dem muslimischen Turkvolk der Uiguren und den Chinesen als Konfliktherd. Im Sommer 2009 waren bei schweren Ausschreitungen rund 200 Menschen ums Leben gekommen. Viele Uiguren fühlen sich von den Chinesen benachteiligt und unterdrückt. China hatte sich die Region nach der Machtübernahme der Kommunisten in Peking 1949 einverleibt. Peking wirft uigurischen Gruppen separatistische Bestrebungen und Terrorismus vor.